Welche Therapieformen gibt es?

Es gibt verschiedene Therapieformen, die unterschiedliche Ansätze bei der Behandlung haben. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die folgenden drei Therapieformen:

  • Verhaltenstherapie
  • Analytische Psychotherapie
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychoterhapie

Im folgenden erhalten Sie einen kurze Charakterisierung dieser drei Therapieformen.



Verhaltenstherapie:
 

Im Grunde geht die Verhaltenstherapie davon aus, dass Menschen ihr Verhalten durch ihre Erfahrungen erlernt haben. Wenn diese Verhaltensweisen oder erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind, können sie zu psychischem Leidensdruck führen und damit zu einer ernsten psychischen Erkrankung. Erlerntes Verhalten kann aber glücklicherweise auch wieder verlernt werden und genau da setzt die Verhaltenstherapie an. Gemeinsam mit dem Patienten entwickelt der verhaltenstherapeutisch orientierte Psychotherapeut im Laufe der Therapie neue Verhaltensmuster, die dann vom Patienten gezielt eingeübt werden. Die negativen Verhaltensmuster werden quasi durch positive ersetzt oder "überschrieben". Ein übergeordnetes Prinzip ist dabei die "Hilfe zur Selbsthilfe". Das bedeutet, dass Sie der Patient lernen sollen mit seinem eigenen Leben wieder selbstständig zurecht zu kommen und somit die Therapieerfolge auch nach Beendigung der Psychotherapie weiter bestehen bleiben. 

Die Verhaltenstherapie setzt verschiedene Verfahren ein, wie z. B. Konfrontationsverfahren, Operante Verfahren oder Kognitive Ansätze, wozu u. a. auch Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion, Ärgermanagement und auch Schematherapie zählen. 

Eine Langzeittherapie umfasst 60 - 80 Sitzungen á 50min., die in der Regel wöchentlich stattfinden und bei Bedarf auch verlängert werden können. 


Analytische Psychotherapie: 

Die Analytische Psychotherapie ist wohl die älteste Form der Psychotherapie und ist vielen Menschen ein Begriff, da sie oft in verschiedenen Medien wie z. B. in Filmen dargestellt wird (die berühmte "Couch"). Auch der Begründer dieser Therapieform ist den meisten Menschen bekannt: Sigmund Freud. Die Analytische Psychotherapie basiert im Grunde auf einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens. 

In einer Analytischen Psychotherapie sollen dem Patienten seine verdrängten Gefühle und Erinnerungen wieder bewusst gemacht werden, da diese eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren. Laut der "Neurosenlehre" sind also sowohl die Ursachen als auch die Lösungen für die gegenwärtigen Probleme im Unbewussten und in der Vergangenheit zu finden. Im Zuge der Therapie soll der Patient vergangene Konflikte erneut durchleben und sie damit verarbeiten. Methoden, die in der analytischen Psychotherapie angewendet werden sind zum Beispiel die freie Assoziation oder die Traumdeutung. Der Analytiker sitzt während der Sitzungen meist so, dass er für den Patienten nicht direkt sichtbar ist, also beispielsweise sitzt er hinter dem Patienten, während der Patient auf einem Sofa sitzt oder liegt.

Eine Langzeittherapie umfasst 80 - 240 (max. 300) Sitzungen á 50min., die in der Regel mehrmals wöchentlich stattfinden.


Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: 

Aus der Psychoanalytischen Psychotherapie haben sich  weitere Formen der Psychotherapie entwickelt, die allerdings in Ihrem Grundverständnis der Entstehung psychischer Erkrankungen vorwiegend übereinstimmen. So auch die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie:

Auch dieese Therapieform geht von innerpsychischen Konflikten aus, die dem eigentlichen Problem zugrunde liegen. Der Unterschied zur Psychoanalyse ist jedoch, dass sich die die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei der Behandlung auf die Bearbeitung eines so genannten „zentralen Konflikts“ fokussiert. Hier werden dann nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten geforscht. Ziel dieser Therapieform ist, dass der Patient Einsicht in die Zusammenhänge und Ursachen seiner Probleme erhält, um dann Veränderungen in seinem Erleben oder Verhalten anzustreben. Hierbei wird er vom Psychotherapeuten aktiv unterstützt.

Eine Langzeittherapie umfasst 60 - 100 Sitzungen á 50min., die in der Regel einmal wöchentlich stattfinden.