Was ist Psychotherapie?

Eins vorweg: Psychotherapie hilft.

Eine Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen Störungen, die einen Krankheitswert haben. Das sind beispielsweise Depressionen, Ängste, Schizophrene Störungen, Zwänge oder Essstörungen. In einer Psychotherapie steht die Behebung eines bestimmten Problems im Vordergrund, welches gezielt behandelt wird. 

Psychotherapeuten diagnostizieren und behandeln anschließend Störungen der Psyche. Beispielsweise werden mit den Patienten gegenwärtige psychische Beschwerden besprochen oder der Psychotherapeut reist mit Ihnen in Ihre Vergangenheit und hilft Ihnen dabei schmerzliche Erfahrungen und konfliktreiche Beziehungen zu verarbeiten. Einer der Wichtigsten Wirkfaktoren der Psychotherapie stellt die therapeutische Beziehung dar, also die Beziehung zwischen dem Patienten und dem Psychotherapeuten. Daneben spielen das gekonnte Anwenden von Gesprächführungstechniken und vieler weiterer Behandlungsverfahren und -methoden eine große Rolle. 

 

Die Kontaktaufnahme:

Wenn Sie Interesse an einer Psychotherapie haben, können Sie sich direkt an Psychotherapeuten in Ihrer Nähe wenden und diese kontaktieren. Sie brauchen dafür keine Überweisung, müssen aber in der Regel mit längeren Wartezeiten (ca. 6 Monate bis mehrere Jahre) rechnen. 

 

Psychotherapeutische Sprechstunde:

Bevor eine Psychotherapie beginnen kann, wird zunächst ein Termin für (min.) eine Sitzung einer psychotherapeutischen Sprechstunde vereinbart. Die Sprechstunde dient der Abklärung, ob eine behandlungsbedürftige Krankheit vorliegt. Einen Termin für eine Sprechstunde erhält man in der Regel binnen weniger Wochen. Doch selbst wenn eine behandlungsbedürftige Krankheit durch den Psychotherapeuten bescheinigt wird, muss der Patient oft dennoch lange auf einen Therapieplatz warten. Sollte die psychische Krankheit sehr akut oder sogar lebensbedrohlich sein, so wird der Psychotherapeut den gefährdeten Patienten in eine Psychiatrische Klinik überweisen. 

 

Therapieplatz erhalten: 

Wenn ein Therapieplatz frei geworden ist, wird i.d.R. dem nächsten Patienten auf der Warteliste ein Therapieplatz angeboten. Zunächst werden 2-4 sog. probatorische Sitzungen durchgeführt, die dem Kennenlernen und der ausführlichen Diagnostik der psychischen Störungen dienen. Der Psychotherapeut wird in diesen Sitzungen den Patienten fragen, welche psychischen Beschwerden er hat, wie lange diese Beschwerden bereits vorliegen und wie diese sich im Alltag des Patienten bemerkbar machen. Außerdem wird er erfragen, was der Patient bereits an Bewältigungsversuchen unternommen hat und was er sich von der Psychotherapie verspricht bzw. welche Ziele er konkret verfolgt. Damit wird der Psychotherapeut prüfen, ob und wie er dem Patienten helfen kann. Zusätzlich werden i.d.R. eine Reihe von Fragebögen und psychologischen Testverfahren angewendet.

Aus der Sicht des Patienten sind diese ersten Gespräche wichtig, um zu prüfen, ob er sich mit dem Psychotherapeuten wohl fühlt und das Gefühl hat, dass er offen und vertrauensvoll mit dem Psychotherapeuten sprechen kann. Der Patient sollte in der Lage sein mit dem Psychotherapeuten über unangenehme, schambehaftete, schmerzliche oder ängstigende Themen zu sprechen und sich dabei wertgeschätzt und gut aufgehoben fühlen. Dies ist für eine erfolgreiche Psychotherapie von enormer Bedeutung.

Für diese ersten Sitzungen, also "probatorischen Sitzungen", übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Wenn Patient und Psychotherapeut zusammen an den psychischen Beschwerden arbeiten wollen, muss der Psychotherapeut nach den probatorischen Sitzungen einen Antrag auf Psychotherapie an die jeweilige Krankenkasse (inkl. Gutachter) senden. Nach Absenden des Antrages hat die Krankenkasse sechs Wochen Zeit den Antrag zu bearbeiten und zu befürworten oder abzulehnen.

 

Wichtig:

der Patient sollte die ersten Gespräche nutzen, um für ihn wichtige Fragen zur Behandlung zu stellen. Das können beispielsweise folgende Fragen sein:

 

  • Wie verläuft die Antragstellung und die Kostenübernahme durch die jeweilige Krankenkasse?
  • Wie lange dauert es in der Regel bis der Antrag genehmigt wird und die Psychotherapie starten kann?
  • Was ist, wenn ich Termine nicht wahrnehmen kann?
  • Wie lange dauert eine Psychotherapie?
  • Welche Erfahrungen hat der Psychotherapeut in der Behandlung der vorliegenden Störung?
  • Welche Erfolgserwartungen gibt es in meinem Fall?

Start der Psychotherapie:

Wenn der Antrag durch den Gutachter und die Krankenkasse befürwortet wurde, kann die Psychotherapie beginnen. In der Regel finden dann ein mal wöchentlich eine Sitzung (á 50min.) Psychotherapie statt. Dies kann aber individuell vereinbart werden und hängt auch stark von der Therapieform des Psychotherapeuten ab. Auch der Ablauf der Psychotherapie bzw. die Behandlungsverfahren und -methoden variieren je nach Therapieform.

 

Erfahren Sie hier mehr über die Behandlungsverfahren der drei gängigsten: Therapieformen